Resilienzfaktoren als Gesamtmodell

Für an Forschung Interessierte stellt diese Tabelle die Resilienzfaktoren als strukturiertes Modell dar. Dies geschieht entlang der drei Haupthebel der Resilienz, die sich aus den Werten ergeben, auf denen die Initiativen aufbauen: Kohäsion, Kompetenzentwicklung und kollektives Lernen. Sie zeigt, auf welchen Ebenen diese Faktoren wirken. Das Modell ist aus den Fallstudien sowie aus den unter „Quellen“ genannten Publikationen abgeleitet, insbesondere aus einer Veröffentlichung der Bahá’í International Community.

  • Kohäsion stärken: auf Grundlage von Werten, die Zusammenhalt, bereicherndeBeziehungen und gegenseitige Verantwortung fördern

  • Kompetenzen entwickeln: fachliche Fähigkeiten mit sozialen und moralischen Kompetenzen verbinden

  • Eigenständiges kollektives Lernen: durch gemeinsame Beratung gemeinsam Probleme verstehen, Lösungen entwickeln und verantwortlich handeln – ohne externe Hilfe

Ausgangslage
  • Die Menschheit verfügt heute über größte Gestaltungsmöglichkeiten mit planetarischem Ausmaß
  • Wenn unreguliert/einseitig verwendet, hat das schwerwiegende Konsequenzen für Umwelt und Welt
  • (Land)wirtschaftliche Ansätze und Systeme kommen an ihre Grenzen und entnehmen der Umwelt mehr, als Natur regenerieren kann
  • Natur insgesamt ist als System gegenseitig abhängiger Teilnehmenden: Menschen und Natur sind gegenseitig abhängig (interdependent)
Zielsetzung
  • Wir brauchen reifere, kooperativere und konstruktive Beziehungen untereinander und mit unserer natürlichen Umwelt!
  • Wie kommen wir zu ökologisch-wirtschaftlich und sozial resilienten Gemeinden als Grundlage für eine heute zukunftsfeste und perspektivisch blühende Zivilisation?
I) Kohäsion
stärken

1. Menschheit als
ORGANISCHE Einheit

  • Kollektiv der Menschheit leidet, wenn eine Gruppe nur an ihr Wohl denkt
  • Gemeinsames Handeln als Schicksalsgemeinschaft
  • Lokale Auswertung nationaler und globaler politischer Entscheidungen
  • Indikatoren: Nähe der Beteiligten (Gemeinde, Nachbar, Partner, Landw., Kunden, ...)

2. Menschheit als
Treuhänderin der Natur

  • Menschheit sollte Natur nutzen, hüten und pflegen statt sie ausbeuten
  • Steuerung einer gemeinsamen weltweiten Ressourcen-Nutzung
  • Indikatoren: Bodenfruchtbarkeit, Wasser, Biodiversität, Pflege- und Regenerationslogik

3. Gerechtigkeit und
gleichberechtigte Beziehungen

  • Notwendige Haltung: Ehrlichkeit, Demut, Ausdauer, auf die Benachteiligten hören
  • Statt Profit jetzt → Fokus: zukünftige Generationen
  • Ausgewogene Vereinbarungen für Mensch und Umwelt → Vertrauen → Kohäsion
  • Prozess & Ergebnis: materielle Vorteile des Fortschritts für alle → Vertrauen → Kohäsion
  • Indikatoren: Preise, Risikoteilung, Arbeitsbedingungen fair?

4. Universelle Beteiligung im
Konsens

  • Kollektiver Wille, der sich in Taten ausdrückt, nicht nur in Worten
  • Kein „überlegenes“ Volk, kein „Anderssein“
  • Friedenssicherung, Menschenrechte, soz.-ök. Entwicklung hängen zusammen
  • Indikatoren: Einbindung Mitglieder, Bürger, Unternehmen, Öff. Verw.
5) KOHÄRENZ: Miteinander verbundene Fähigkeiten folgen denselben Grundprinzipien so, dass ihre Wirkungen sich gegenseitig verstärken.
Einzelne werden zum Protagonisten, indem sie die notwendigen wissenschaftlichen, technischen, sozialen, moralischen und geistigen Fähigkeiten entwickeln.
II) Kompetenzen
(individuell,
Gemeinschaft)
selbst entwickeln
statt „von außen
helfen“

5a) Handwerklich-wissenschaftlich-technisch

  • Gemeinschaft erforscht selbst soziale, ökonomische und ökologische Gesetzmäßigkeiten für ihr Umfeld
  • Integration Nachhaltigkeit, ...
  • Realitätsverständnis fördern mit wissenschaftlichen Methoden und Werten (Vorurteilsfreiheit)
  • Fokus: Probleme vor Ort, die zu lösen sind
  • Indikatoren: Tierhygiene, Bewässerung, Landtechnik, Kostenrechnung, Pricing, Marketing, Vertrieb, ...?

5b) Geistig

  • Transzendente Werte zum Wohle Aller: Selbstlosigkeit, Solidarität mit Anderen, Verantwortung für Natur
  • Religion als Ausgleich einseitig materialistischer Sicht → Ideale & Prinzipien für Einzelne und Gemeinschaft
  • Gleichwertige Integration der Menschen und ihrer Beiträge
  • Indikatoren: Stärkung Tugenden, Kenntnis geistiger Prinzipien

5c) Sozial und Moralisch

  • Eigenständige Anwendung aus eigener Einsicht: Mäßigung, selbstloses mitfühlendes Handeln (statt Gier)
  • Koordiniertes, gemeinschaftliches Handeln; statt interessengeleitetes
  • Moralische Dimension der Erzeugung und Verteilung von Wohlstand, Ressourcen und Reichtum
  • Wie in der Natur: Zusammenarbeit ↑ Konkurrenz ↓
  • Moral vor Profit. Zudem: Einfachheit, Genügsamkeit
  • Indikatoren: Tolerantes Verhalten, Verzicht Eigennutz für Gruppe
III)
eigenständiges,
kollektives
Lernen

6. Zeitgemäße Kriterien zur Bewertung von Fortschritt

  • Ganzheitliches Konzept vom Fortschritt einschließlich Verständnis Wahrheiten über menschlichen Geist
  • Abdeckung von Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Reichtum und Ressourcen
  • Ganzheitlichere Fortschrittsindikatoren als BIP
  • Besitz nicht über Beziehungen stellen und Erwerb nicht über Verantwortung, Lebensqualität oder Glück
  • Indikatoren: Ertragsstabilität, Boden/Wasser-Zustand, Beteiligung Frauen, #Umweltkranke, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, #Konflikte

7. Entscheidungen auf der Ebene, wo optimale Ergebnisse erzielt werden können

  • Qualität und Gegenseitigkeit der Beziehung zwischen Ebenen, lokale Prozesse ergänzt die nationalen Entscheidungen
  • Örtliche Gemeinden: Handeln, binden ihre Mitglieder ein
  • Institutionen und Unternehmen: stärken Staat, kanalisieren Fähigkeiten, Talente, Energien ihrer Mitglieder, ...
  • Staat: Dient Allgemeinwohl, schafft öffentliches Vertrauen, setzt Rahmen, damit Privatsektor, Wissenschaft, Zivilgesellschaft ihren größten Beitrag leisten, über Wahlzyklen hinaus, auch für zukünftige Generationen
  • Indikatoren: Beratungsgremien, welche (re)agiert, repräsentative Zusamm.

8. Optimale Lösungen durch gemeinsame Beratung finden

  • Kraft des vereinten Denkens und Handelns nutzen
  • Gemeinsame Entscheidungsfindung auf Basis von Fakten
  • Belange der Betroffenen und Beteiligten gerecht berücksichtigen: keine Kompromisslösung
  • Integration konkurrierender Interessen in kooperative Lösung – in ergebnisoffener, fehlertoleranter Kultur
  • Ideen gehören nicht Einzelnen, sondern der Gruppe
  • Indikatoren: Revidierbare Entscheidungen, Lernschleifen, Experimente